
Biikebrennen in Schleswig-Holstein, ein jahrhundertealter nordfriesischer Brauch.
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Das ursprünglich heidnische Ritual, das die bösen Geister des Winters vertreiben und für Fruchtbarkeit bei der Aussaat sorgen sollte, wird jedes Jahr am 21. Februar gefeiert.
Im spätererem Verlauf wurde das Biikefeuer auf den Inseln zur Verabschiedung der Walfänger gezündet. Die Feuer begleiteten die Männer symbolisch auf ihren Reisen. Das Fest in der Nacht vom 21. auf den 22. Februar wurde nun ein Abschiedsfest für die Seeleute, denn der Walfang war zu jener Zeit ein gefährliches und ungewisses Unterfangen.
Heute wird das große Biikefeuer entfacht um den Winter zu vertreiben. Mancherorts geht auch noch eine Strohpuppe, der Pider, in Flammen auf. Das sogenannte Petermännchen symbolisiert den Winter, der nun ausgetrieben wird. Andernorts stellt man auf die Biikespitze ein altes Holzfass oder -eimer, mit dessen Fall der Winter vorüber ist.
Auf den Inseln Föhr, Amrum und Sylt entstanden daneben weitere Traditionen, wie das vorzeitige Anzünden der Feuer in Nachbardörfern. Meist werden zum Biikefeuer auch feurige Reden auf Friesisch zu Themen der Vergangenheit oder zur Tagespolitik gehalten. Mit heißen Getränken wie Glühwein & Punsch und dem typischen Grünkohl-Essen wird das Biikebrennen zum echt nordischen Erlebnis. We froie üs wan dü kamst. Dan tjen we di Biiki ön!
Am 12. Dezember 2014 wurde das Biikebrennen in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen.
Wir haben für Sie die Veranstaltungsorte mit weiterführenden Links unter Biikefeuer
Autor: Michael Schindhelm
Foto: Sönke
CC BY-SA 3.0
1 Kommentar
Michael Schindhelm
Fr, den 14.02.2025 um 14:27 Uhr
Biikebrennen
Ein Gedicht von Helge Klein 2020
Im Norden zwischen Meer und Land
erhebt ein Berg von Holz
geschichtet Stück für Stück am Strand
gen Himmel sich voll Stolz.
Vom wilden Sturm aufs Land getrieben,
von Fischern aufgenommen
ist Holz, das ungenutzt geblieben,
zur Biike sehr willkommen.
Im Februar, wenn's kalt und einsam,
versammelt sich am Strand
das Friesenvolk zum Fest gemeinsam
mit Fackeln in der Hand.
Man musiziert, es wird getrunken,
gesungen wird zusammen,
bis dann zuletzt der Fackeln Funken
entzünden helle Flammen.
Wild treibt der Wind die Glut hinfort,
der weiße Strand scheint rot.
Es wirbeln tausend Funken dort.
Von ferne blinkt ein Boot.
Mit lautem Knistern und mit Fauchen
lodert der Biike Brand,
bis nur noch Aschereste rauchen.
Die Nacht zieht übers Land.
So feiern Friesen jedes Jahr
ihr heit'res Winterfest.
Die Tradition bleibt ewig da
in Nord, Ost, Süd und West!
